meike-griffiths

Selbstbestimmt, angstfrei und kraftvoll gebären.

Dammmassage: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Vorbereitung
Körperliche Geburtsvorbereitung

Dammmassage: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Vorbereitung

Der Damm liegt zwischen dem hinteren Vaginaleingang und dem After. Er besteht aus Haut, Bindegewebe und Anteilen der Beckenbodenmuskulatur. Während der Geburt wird dieses Gewebe stark gedehnt.

Eine gezielte Dammmassage kann die Elastizität des Bereichs verbessern und damit die körperliche Geburtsvorbereitung sinnvoll ergänzen.

Die Massage ersetzt keine geburtshilfliche Betreuung. Sie verhindert einen Dammriss oder Dammschnitt nicht sicher. Sie schafft jedoch eine konkrete Möglichkeit, das Gewebe ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel regelmäßig auf die Dehnung unter der Geburt vorzubereiten. Entscheidend sind dabei der richtige Zeitpunkt, eine saubere Technik und ein passendes Öl.

Warum die Dammmassage zur Geburtsvorbereitung gehört

Der Beckenboden ist kein einzelner Muskel, sondern ein mehrschichtiges System aus Muskeln, Bindegewebe und Faszien. Er trägt die Beckenorgane, stabilisiert das Iliosakralgelenk – die Verbindung zwischen Kreuzbein und Becken – und reagiert auf Druckveränderungen im Bauchraum. Bei der Geburt muss sich dieses System nicht nur anspannen, sondern im entscheidenden Moment auch nachgeben.

Der Damm bildet den äußerlich sichtbaren Teil dieser Struktur. Unter der Geburt wird er durch den Kopf des Babys zunehmend gedehnt. Das Gewebe muss dabei in kurzer Zeit eine große Veränderung zulassen. Ist es beweglich und elastisch, kann sich die Dehnung gleichmäßiger verteilen. Ist es sehr gespannt, kann der Druck stärker auf einzelne Bereiche wirken.

Die Dammmassage arbeitet genau an diesem Punkt. Sie ist kein kräftiges Durchkneten und kein Training nach dem Prinzip mehr Druck gleich mehr Effekt. Ziel ist eine sanfte, kontrollierte Dehnung in Richtung der natürlichen Belastung. Das Gewebe soll sich an den mechanischen Reiz gewöhnen. Schmerzen sind dabei kein Qualitätsmerkmal.

Die Dammmassage trainiert nicht Kraft. Sie verbessert die Beweglichkeit des Gewebes dort, wo die Geburt maximale Dehnung verlangt.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Körperwahrnehmung. Sie lernen, wo der Damm liegt, wie sich Druck und Dehnung unterscheiden und wie Sie den Beckenboden bewusst entspannen. Das ist für die Geburt relevant. Viele Frauen können den Beckenboden gut anspannen, lassen ihn unter Stress aber nur schwer los. Die Massage bietet eine praktische Übung für genau diese kontrollierte Entspannung.

Was die Massage leisten kann – und was nicht

Die Methode ist ein Baustein der körperlichen Geburtsvorbereitung. Sie beeinflusst aber nicht alle Faktoren, die bei einem Dammriss oder Dammschnitt eine Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem:

  • die Größe und Position des Babys,
  • die Geschwindigkeit der Austreibungsphase,
  • die Beweglichkeit des mütterlichen Gewebes,
  • die gewählte Geburtsposition,
  • medizinische Eingriffe während der Geburt,
  • die individuelle Anatomie des Beckenbodens.

Deshalb lässt sich kein fester Prozentsatz für die Risikoreduktion jeder einzelnen Frau nennen. Die Dammmassage ist auch keine Garantie für eine verletzungsfreie Geburt. Sie kann die Gewebevorbereitung unterstützen, aber den Geburtsverlauf nicht vollständig steuern.

Dammmassage ab wann? Der passende Zeitpunkt

In der Regel beginnen Sie mit der Dammmassage ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Häufig wird die 34. Schwangerschaftswoche als frühester sinnvoller Zeitpunkt genannt. Vor diesem Zeitraum sollten Sie nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt starten.

Der Grund ist klar: Bei Beschwerden oder einem erhöhten Risiko für vorzeitige Wehen kann eine vaginale Manipulation ungeeignet sein. Der Beginn sollte dann individuell beurteilt werden. Auch bei Unsicherheit über die eigene Schwangerschaftssituation ist eine kurze Rücksprache der richtige Schritt.

Für die Routine haben sich zwei Varianten etabliert:

Zeitpunkt und RhythmusPraktische Umsetzung
Ab der 34. bis 36. SSWStart nur, wenn keine medizinischen Gründe dagegensprechen
Drei- bis viermal pro WocheGeeignet, wenn Sie eine feste, aber gut machbare Routine möchten
TäglichMöglich, wenn die Massage angenehm bleibt und keine Reizung entsteht
Fünf bis zehn Minuten pro SitzungAusreichend für eine ruhige, kontrollierte Gewebedehnung

Regelmäßigkeit ist sinnvoller als eine einzelne lange Anwendung. Eine zehnminütige Massage an mehreren Tagen pro Woche lässt sich besser in den Alltag integrieren als eine unregelmäßige, sehr intensive Sitzung. Planen Sie einen festen Zeitpunkt ein. Nach dem Duschen oder abends vor dem Schlafengehen ist das Gewebe häufig gut vorbereitet, weil Wärme die äußere Haut und die Muskulatur entspannen kann.

Die Massage sollte nicht unter Zeitdruck stattfinden. Zwei Minuten hektisches Drücken bringen weniger als fünf Minuten kontrollierte, schmerzfreie Arbeit. Wenn die Position unbequem ist, verändern Sie sie. Ein harter Bauch, Druckgefühl oder Beschwerden im Becken sind Signale, die Anwendung zu unterbrechen.

Vorbereitung: Hygiene, Position und Öl

Bevor Sie beginnen, brauchen Sie keine aufwendige Ausstattung. Sie benötigen:

  • saubere Hände und kurze, glatte Fingernägel,
  • ein sauberes Handtuch,
  • eine bequeme, halb liegende oder aufrecht abgestützte Position,
  • ein parfümfreies, pflanzliches Öl,
  • ausreichend Zeit ohne Unterbrechung.

Waschen Sie Ihre Hände gründlich. Die Fingernägel müssen kurz sein. Schon eine kleine scharfe Kante kann die empfindliche Schleimhaut verletzen. Entfernen Sie Ringe und Armbänder. Legen Sie das Handtuch unter das Becken, damit Sie nicht durch austretendes Öl unterbrechen müssen.

Welches Öl für die Dammmassage?

Geeignet sind naturbelassene, parfümfreie Pflanzenöle. Häufig verwendet werden Mandelöl, Weizenkeimöl oder spezielle Dammmassageöle. Das Öl soll die Reibung reduzieren und die Massage gleichmäßiger machen. Es muss nicht stark duften und keine lange Liste zusätzlicher Inhaltsstoffe enthalten.

Verzichten Sie auf Produkte mit Parfüm, ätherischen Ölen oder synthetischen Zusätzen, wenn diese für den Intimbereich nicht ausdrücklich geeignet sind. Die Vaginalschleimhaut reagiert empfindlicher als die Haut an Armen oder Beinen. Ein Produkt, das äußerlich gut verträglich ist, passt deshalb nicht automatisch für eine vaginale Anwendung.

Testen Sie ein neues Öl zunächst an einer kleinen äußeren Hautstelle. Treten Rötung, Brennen, Juckreiz oder Schwellung auf, verwenden Sie es nicht weiter. Bei bekannter Allergie gegen einen Inhaltsstoff wählen Sie ein anderes Produkt oder sprechen Sie mit Ihrer Hebamme.

Die passende Körperposition

Die Position muss den Zugang zum Damm ermöglichen und gleichzeitig den Beckenboden entlasten. Geeignet sind zum Beispiel:

1. Halb liegend im Bett: Lehnen Sie den Oberkörper mit Kissen ab und stellen Sie die Beine leicht auf. Diese Position ist stabil und lässt sich ab der fortgeschrittenen Schwangerschaft gut anpassen.

2. Aufrecht auf der Toilette: Die Sitzposition kann praktisch sein, wenn der Zugang von vorn gut funktioniert. Stellen Sie die Füße sicher auf den Boden.

3. Im Stehen mit einem Bein erhöht: Legen Sie ein Bein auf einen niedrigen Hocker. Halten Sie sich an einer stabilen Fläche fest.

4. Mit Unterstützung durch den Partner: Der Partner kann die Massage übernehmen, wenn die Handposition erklärt und langsam eingeübt wurde.

Legen Sie sich nicht flach auf den Rücken, wenn Ihnen dabei schwindelig wird oder Sie sich unwohl fühlen. In der Schwangerschaft zählt eine stabile Position. Der Bauch darf nicht eingeengt werden. Die Gesäßmuskulatur sollte möglichst locker bleiben.

Dammmassage Anleitung Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung beschreibt eine sanfte Standardtechnik. Arbeiten Sie langsam. Der Druck entsteht durch die Finger und das Gewebe, nicht durch Kraft aus Schulter oder Unterarm.

1. Hände reinigen und Position einnehmen

Waschen Sie die Hände mit Wasser und Seife. Trocknen Sie sie gründlich ab. Nehmen Sie die gewählte Position ein und legen Sie das Handtuch unter das Becken. Atmen Sie ruhig und lassen Sie den Unterbauch locker.

Prüfen Sie vor dem Start, ob Sie den Beckenboden aktiv entspannen können. Dafür müssen Sie nichts Besonderes tun. Lassen Sie Gesäß, Kiefer und Schultern locker. Diese drei Bereiche spannen bei vielen Menschen unbewusst mit an. Eine angespannte Körperhaltung erschwert die Massage.

2. Öl verteilen

Geben Sie eine kleine Menge Öl auf den Daumen und auf den äußeren Dammbereich. Verwenden Sie lieber zunächst wenig Öl und geben Sie bei Bedarf etwas nach. Zu viel Öl macht die Finger unsicher und erschwert die Kontrolle über den Druck.

Massieren Sie das Öl kurz außen ein. Der Bereich sollte gleitfähig sein, aber nicht stark tropfen. Wenn die Haut brennt oder sofort gerötet reagiert, brechen Sie ab und entfernen das Öl mit lauwarmem Wasser.

3. Daumen vorsichtig einführen

Führen Sie den Daumen etwa zwei bis drei Zentimeter in die Vagina ein. Das entspricht ungefähr dem ersten Daumenglied bis etwas darüber. Die übrigen Finger liegen außen am Damm und geben dort eine leichte Gegenstütze.

Führen Sie den Daumen nicht ruckartig ein. Beginnen Sie mit weniger Tiefe und steigern Sie nur, wenn der Bereich entspannt bleibt. Es geht nicht darum, möglichst weit in die Vagina zu gelangen. Der relevante Bereich liegt am unteren und seitlichen Vaginaleingang.

Wenn Sie die Massage selbst durchführen, arbeiten Sie je nach Position mit einem Daumen oder mit beiden Daumen nacheinander. Eine zu stark verdrehte Handposition erzeugt unnötige Spannung im Handgelenk. Ändern Sie den Winkel, statt mehr Druck auszuüben.

4. Das Gewebe seitlich und nach unten dehnen

Drücken Sie den eingeführten Daumen sanft nach unten und leicht zu einer Seite. Halten Sie den Druck einige Sekunden. Sie sollten eine Dehnung wahrnehmen, aber keinen stechenden Schmerz. Danach bewegen Sie den Daumen langsam zur anderen Seite.

Arbeiten Sie in einer U-förmigen Bewegung entlang des unteren Vaginaleingangs:

  • zunächst leicht nach unten in Richtung Damm,
  • dann nach rechts entlang des unteren Randes,
  • anschließend nach links,
  • danach zurück zur Mitte.

Die Bewegung bleibt klein und kontrolliert. Das Gewebe wird nicht nach außen gezerrt. Sie geben einen gleichmäßigen Impuls und lassen anschließend wieder etwas nach. So kann sich die Faszienspannung – also die Spannung in den bindegewebigen Hüllen rund um Muskeln und Strukturen – schrittweise reduzieren.

5. Den Druck halten, nicht reiben

Halten Sie an den seitlichen Punkten jeweils einige Sekunden inne. Eine ruhige Dehnung ist wirksamer als schnelles Reiben. Der Daumen bleibt dabei in Kontakt mit dem Gewebe. Ziehen Sie nicht an der Schleimhaut und drücken Sie nicht direkt auf den After.

Ein leichtes Spannungsgefühl ist möglich. Brennen, scharfer Schmerz, Blutungen oder ein anhaltendes Druckgefühl gehören nicht zur normalen Durchführung. Reduzieren Sie in diesem Fall sofort den Druck. Bleibt das Symptom bestehen, beenden Sie die Anwendung und lassen Sie die Ursache medizinisch abklären.

6. Beckenboden bewusst loslassen

Atmen Sie während der Dehnung langsam aus. Nutzen Sie die Ausatmung, um den Beckenboden nicht aktiv anzuspannen. Pressen Sie nicht nach unten. Die Bewegung soll eine Entspannung ermöglichen, kein Pressmuster für die Austreibungsphase imitieren.

Ein häufiger Fehler ist das unbewusste Gegenhalten. Die Finger dehnen, während der Beckenboden gleichzeitig anspannt. Dann steigt der Druck, aber die Beweglichkeit verbessert sich nicht. Wenn Sie merken, dass Gesäß oder Vaginalbereich fest werden, nehmen Sie den Druck zurück, atmen Sie zweimal ruhig aus und starten Sie mit weniger Intensität.

7. Nach fünf bis zehn Minuten beenden

Die gesamte Anwendung dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Entfernen Sie den Daumen langsam. Waschen Sie überschüssiges Öl mit lauwarmem Wasser ab, ohne den Intimbereich aggressiv zu reinigen. Eine milde äußere Reinigung reicht aus.

Trocknen Sie die Haut vorsichtig. Reiben Sie nicht. Wenn keine Beschwerden auftreten, können Sie die nächste Sitzung nach dem geplanten Rhythmus durchführen. Die Dauer muss nicht verlängert werden, nur weil sich die Technik bereits vertraut anfühlt.

Gute Dammmassage bedeutet kontrollierte Beweglichkeit. Nicht maximaler Druck, sondern regelmäßige, schmerzfreie Dehnung bringt die bessere Grundlage für die Geburt.

Dammmassage wie oft? Eine praktikable Routine

Die Empfehlung liegt meist bei drei- bis viermal pro Woche oder bei einer täglichen Anwendung. Beide Varianten können funktionieren. Entscheidend ist, dass die Schleimhaut und die äußere Haut die Belastung gut vertragen.

Eine mögliche Wochenstruktur sieht so aus:

  • Montag: fünf bis zehn Minuten,
  • Dienstag: Pause oder kurze Anwendung,
  • Mittwoch: fünf bis zehn Minuten,
  • Donnerstag: Pause,
  • Freitag: fünf bis zehn Minuten,
  • Samstag oder Sonntag: eine zusätzliche Sitzung, wenn sie angenehm bleibt.

Wenn Sie täglich massieren möchten, halten Sie die einzelne Sitzung eher kurz. Bei Rötung, Brennen, Juckreiz oder Druckgefühl legen Sie eine Pause ein. Die Häufigkeit wird nicht wichtiger als die Reaktion des Gewebes.

Mehr ist nicht automatisch besser. Eine lange oder aggressive Massage kann die Schleimhaut reizen. Sie kann auch dazu führen, dass Sie den Beckenboden reflexartig anspannen. Beides widerspricht dem Ziel der Methode.

Selbstmassage oder Unterstützung durch den Partner?

Beide Varianten sind möglich. Die Selbstmassage bietet einen direkten Vorteil: Sie kontrollieren jeden Millimeter der Bewegung und können den Druck sofort anpassen. Der Nachteil liegt in der eingeschränkten Reichweite, besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Der Partner kann die Massage übernehmen, wenn Sie die Technik vorher gemeinsam besprechen. Legen Sie klare Regeln fest:

  • Beginnen Sie mit minimalem Druck.
  • Sprechen Sie jeden Positionswechsel an.
  • Stoppen Sie sofort bei Schmerz oder Unsicherheit.
  • Verwenden Sie nur saubere Hände und kurze Fingernägel.
  • Nutzen Sie kein Öl mit Duftstoffen oder reizenden Zusätzen.

Die Partnerrolle besteht nicht darin, kräftiger zu massieren. Sie besteht darin, ruhig, aufmerksam und exakt zu arbeiten. Ein Partner, der auf Tempo drängt, erhöht die Spannung. Ein Partner, der auf Ihre Rückmeldung reagiert, verbessert die Qualität der Anwendung.

Häufige Fehler bei der Durchführung

Die Technik ist einfach, aber einige Fehler treten regelmäßig auf. Sie lassen sich mit wenigen Anpassungen vermeiden.

Zu früh beginnen

Die Dammmassage wird meist ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche empfohlen. Ein früherer Beginn ist nicht automatisch sinnvoll. Bei vorzeitigen Wehen oder anderen Besonderheiten kann die Anwendung ungeeignet sein. Klären Sie den Startzeitpunkt bei Unsicherheit mit der betreuenden Fachperson.

Mit zu viel Kraft arbeiten

Der Damm soll gedehnt, nicht überlastet werden. Starker Druck führt nicht zu einer schnelleren Anpassung. Er kann Schmerzen und Reizung verursachen. Reduzieren Sie die Intensität, wenn Sie die Luft anhalten oder die Gesäßmuskeln anspannen.

Den falschen Bereich massieren

Die Massage findet am unteren und seitlichen Vaginaleingang statt. Wird nur die äußere Haut am After gerieben, erreicht die Bewegung den relevanten Gewebebereich nicht ausreichend. Wird dagegen tief und kräftig in die Vagina gedrückt, steigt die Belastung ohne klaren Zusatznutzen.

Ohne ausreichende Gleitfähigkeit starten

Trockene Finger erhöhen die Reibung. Das kann kleine Schleimhautreizungen begünstigen. Verwenden Sie ein geeignetes pflanzliches Öl und geben Sie bei Bedarf eine kleine Menge nach.

Unregelmäßig und dafür sehr lange massieren

Der Körper profitiert von einer planbaren Belastung. Eine einzelne intensive Sitzung gleicht mehrere ausgelassene Anwendungen nicht sinnvoll aus. Legen Sie drei bis vier feste Termine pro Woche fest oder wählen Sie eine kurze tägliche Routine.

Den Beckenboden während der Massage anspannen

Anspannung ist nicht immer spürbar. Häufig ziehen gleichzeitig Schultern, Kiefer und Gesäß mit an. Legen Sie vor der Massage eine Hand auf den Unterbauch und prüfen Sie, ob Sie ruhig ausatmen können. Wenn der Bauch hart wird oder Sie pressen, stoppen Sie und starten Sie mit weniger Druck.

Wann Sie auf die Massage verzichten sollten

Bei bestimmten Beschwerden sollte keine Dammmassage durchgeführt werden oder nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme. Dazu gehören:

  • eine akute Infektion im Vaginalbereich, zum Beispiel eine Pilzinfektion,
  • Brennen, Juckreiz, ungewöhnlicher Ausfluss oder offene Hautstellen,
  • Scheidenkrampfadern,
  • vorzeitige Wehen,
  • vaginale Blutungen,
  • unklare Schmerzen im Unterbauch oder Becken,
  • medizinische Gründe, die gegen eine vaginale Anwendung sprechen.

Bei einer Infektion kann die Massage Beschwerden verstärken und das Gewebe zusätzlich reizen. Behandeln Sie zunächst die Ursache. Beginnen Sie erst wieder, wenn die Beschwerden abgeklungen sind und die Anwendung medizinisch vertretbar ist.

Auch bei einer Risikoschwangerschaft gehört der Start nicht in die Eigenregie. Die betreuende Fachperson kann beurteilen, ob die Methode zu Ihrer Situation passt. Das gilt ebenso, wenn Sie bereits früher einen ausgeprägten Dammriss, Operationen im Intimbereich oder starke Narbenbildung hatten.

Brechen Sie eine laufende Sitzung ab, wenn Blutungen, stechende Schmerzen, anhaltendes Brennen oder regelmäßige Kontraktionen auftreten. Bei stärkeren oder wiederkehrenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder an die zuständige medizinische Anlaufstelle.

Die Dammmassage in eine umfassende Geburtsvorbereitung einordnen

Die Massage ist nur ein Teil der körperlichen Vorbereitung. Sie ersetzt weder Bewegung noch Atemarbeit noch das Erlernen geeigneter Geburtspositionen. Für die Geburt ist das Zusammenspiel mehrerer Fähigkeiten entscheidend:

  • Sie können den Beckenboden anspannen und wieder lösen.
  • Sie wechseln zwischen aufrechten, seitlichen und entlastenden Positionen.
  • Sie atmen unter körperlicher Belastung ruhig weiter.
  • Sie kennen die Funktion von Becken und Iliosakralgelenk.
  • Ihr Partner kann Sie bei Positionswechseln und der Entspannung unterstützen.

Besonders sinnvoll ist die Kombination mit Übungen für Mobilität und Körperkontrolle. Sanfte Schwangerschaftsgymnastik kann die Beweglichkeit von Hüfte und Becken erhalten. Atemtechniken helfen, während einer Wehe nicht automatisch die Luft anzuhalten. Aufrechte Geburtspositionen können die Schwerkraft nutzen und den Druck auf unterschiedliche Bereiche verteilen.

Das bedeutet nicht, dass eine bestimmte Position einen bestimmten Geburtsverlauf garantiert. Es bedeutet: Je mehr Optionen Sie kennen, desto aktiver können Sie gemeinsam mit dem geburtshilflichen Team auf die Situation reagieren.

Ein Geburtsvorbereitungskurs kann die praktische Anleitung ergänzen. Dort lässt sich auch klären, wie Ihr Partner den Damm während der Geburt unterstützen kann, welche Positionen für Sie geeignet sind und wie Sie mit Wehen arbeiten, ohne unnötig gegen den eigenen Körper anzuspannen.

Checkliste für die nächste Anwendung

  • Ich befinde mich ungefähr ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche oder habe den Beginn individuell abgeklärt.
  • Es liegen keine Infektion, Blutung, vorzeitigen Wehen oder ungeklärten Beschwerden vor.
  • Meine Hände sind sauber, die Fingernägel kurz und glatt.
  • Ich verwende ein parfümfreies, pflanzliches Öl, zum Beispiel Mandelöl oder Weizenkeimöl.
  • Ich sitze oder liege stabil und kann den Beckenboden entspannen.
  • Ich führe den Daumen vorsichtig etwa zwei bis drei Zentimeter ein.
  • Ich dehne den unteren Vaginaleingang sanft in U-Form.
  • Ich arbeite fünf bis zehn Minuten ohne starken Druck.
  • Ich stoppe bei Schmerz, Brennen, Blutung oder anhaltendem Druckgefühl.
  • Ich plane drei bis vier Anwendungen pro Woche oder eine kurze tägliche Routine.

Die Dammmassage ist eine überschaubare Methode mit klarer Technik. Beginnen Sie zum passenden Zeitpunkt, arbeiten Sie regelmäßig und bleiben Sie bei der Intensität konsequent im schmerzfreien Bereich. So wird aus einer einzelnen Übung ein sinnvoller Bestandteil der körperlichen Geburtsvorbereitung – präzise, kontrolliert und auf die tatsächlichen Anforderungen der Geburt ausgerichtet.

Häufige Fragen

Ab wann sollte man mit der Dammmassage beginnen?
In der Regel beginnt die Dammmassage ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Bei Beschwerden, einem erhöhten Risiko für vorzeitige Wehen oder Unsicherheit sollte der Start mit der Hebamme oder der Ärztin beziehungsweise dem Arzt abgeklärt werden.
Wie oft und wie lange sollte man den Damm massieren?
Üblich sind drei- bis viermal pro Woche oder eine kurze tägliche Anwendung. Eine Sitzung dauert etwa fünf bis zehn Minuten und sollte nur so lange dauern, wie sie angenehm bleibt.
Welches Öl eignet sich für die Dammmassage?
Geeignet sind naturbelassene, parfümfreie Pflanzenöle, zum Beispiel Mandelöl, Weizenkeimöl oder spezielle Dammmassageöle. Produkte mit Parfüm, ätherischen Ölen oder ungeeigneten synthetischen Zusätzen sollten vermieden werden.
Wie wird die Dammmassage richtig durchgeführt?
Der Daumen wird vorsichtig etwa zwei bis drei Zentimeter in die Vagina eingeführt und der untere Vaginaleingang sanft nach unten sowie zu beiden Seiten gedehnt. Die Bewegung erfolgt langsam und kontrolliert in einer U-Form, ohne stechenden Schmerz oder starken Druck.
Wann sollte man auf eine Dammmassage verzichten?
Bei einer akuten Vaginalinfektion, Brennen, Juckreiz, ungewöhnlichem Ausfluss, offenen Hautstellen, Scheidenkrampfadern, vorzeitigen Wehen, Blutungen oder ungeklärten Schmerzen sollte keine Dammmassage durchgeführt werden oder nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson.