meike-griffiths

Selbstbestimmt, angstfrei und kraftvoll gebären.

Meldung

Wirtschaftliche Folgen von Geburtstraumata: Warum psychische Gesundheit nach der Entbindung zählt

Ein neuer Bericht der City St George's, University of London, der vor dem All-Party Parliamentary Group on Birth Trauma vorgestellt wurde, beziffert erstmals die wirtschaftlichen Folgen von…

aktualisiert 12. September 2026

Wirtschaftliche Folgen von Geburtstraumata: Warum psychische Gesundheit nach der Entbindung zählt

Wie oft hörst du den Satz „Hauptsache, du und das Baby sind gesund" – und spürst gleichzeitig, wie viel mehr eigentlich in dir vorgeht? Ein neuer Bericht der City St George's, University of London, der vor dem All-Party Parliamentary Group on Birth Trauma vorgestellt wurde, beziffert erstmals die wirtschaftlichen Folgen von geburtsbedingten Traumata und postpartaler PTBS in Großbritannien. Was lange als private Empfindung ins Hinterzimmer der Geburtshilfe verbannt war, bekommt damit endlich eine Zahl – und genau diese Sichtbarkeit verändert die Diskussion darüber, was Mütter nach einer schweren Geburt wirklich brauchen.

Was der Bericht sichtbar macht

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern routinemäßige Screenings und frühzeitige psychologische Interventionen für betroffene Mütter. Damit sagen sie sinngemäß: Eine traumatische Geburt ist kein „So war es halt", sondern ein Ereignis, das Spuren hinterlässt – im Nervensystem, in der Beziehung zum Kind, manchmal über Jahre. Die Studie ist die erste ihrer Art in Großbritannien, die diese Folgen nicht nur beschreibt, sondern auch ökonomisch einordnet. Allein die Sprache dieses Berichts verschiebt etwas: Weg von „die war halt empfindlich", hin zu „hier besteht Handlungsbedarf".

Was das für deine Vorbereitung bedeutet

Vielleicht hast du selbst schon diesen leisen Satz in dir gehört: „Was, wenn ich es nicht aushalte?" Diese innere Frage ist kein Zeichen, dass du schwach bist – sie zeigt, dass dein System klug genug ist, sich vorzustellen, was alles passieren könnte. Genau hier setzt mentale Geburtsvorbereitung an: nicht, indem wir die Wellen wegdrücken, sondern indem wir deinen inneren Werkzeugkoffer so füllen, dass du ihnen vertrauen kannst. Atemübungen, sichere innere Bilder, das bewusste Üben von Loslassen zwischen den Wellen – all das sind keine esoterischen Spielereien, sondern Ressourcen, die dein Gehirn braucht, um auch dann reguliert zu bleiben, wenn der Verlauf unerwartet ist.

Und falls du gerade denkst: „Mir ist schon etwas passiert, das ich nicht loswerde" – dann ist dieser Bericht eine stille Erlaubnis, dir Unterstützung zu holen. Nicht erst, wenn du „funktionierst", nicht erst, wenn das Baby schläft, sondern jetzt.

Was du dir heute mitnehmen kannst

Wenn du dich auf die Geburt vorbereitest, achte nicht nur auf den Geburtsmodus und auf den Kreißsaal – achte auch darauf, wie du dich innerlich wappnest. Plane konkret ein: ein bis zwei Abende pro Woche, in denen du dich mit einer mentalen Übung beschäftigst, die dein Vertrauen stärkt. Sprich mit deiner Hebamme oder deiner Kursleitung offen über deine Ängste – nicht, um sie schönzureden, sondern um sie ernst zu nehmen. Und wenn dich das Thema PTBS berührt, weil du weißt, dass du betroffen bist oder warst: Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Du darfst dir die Geburt deines Kindes als etwas vorstellen, das dich nicht nur herausfordert, sondern dich auch stärker macht. Genau dafür trainieren wir – und genau dafür lohnt es sich, jetzt anzufangen.