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Warum Physiotherapie für Schwangere weit mehr als nur Rückbildung ist

In einem Interview mit der Free Press Journal erklärt die Physiotherapeutin Dr.

aktualisiert 08. September 2026

Warum Physiotherapie für Schwangere weit mehr als nur Rückbildung ist

Sanjana Venkataraman, warum in der Vorsorge die Mutter selbst oft aus dem Blick gerät. Ihr Standpunkt: Schwangerschaft ist kein Zustand, in dem du dich schonen musst — sondern eine Phase, in der dein Körper gezielt begleitet werden will. Stattdessen verschiebt sich der Fokus fast automatisch Richtung Kind, während die Frau zur Nebensache wird.

Der Baustein, der fehlt

Venkataraman arbeitet seit rund einem Jahr als Frauengesundheits-Physiotherapeutin. In ihrer Praxis sieht sie täglich, wie viel Aufklärung rund um Schwangerschaft und Rückbildung fehlt. Viele Frauen und Familien gehen laut ihrer Einschätzung davon aus, dass körperliche Aktivität in der Schwangerschaft grundsätzlich schaden könnte — und reagieren entsprechend vorsichtig.

Ihr Vorschlag ist simpel: Schon bei Kinderwunsch den Ist-Zustand checken lassen. Belastbarkeit, bestehende Beschwerden, Vorerkrankungen — all das landet dann früh auf dem Tisch und nicht erst in der 30. Woche, wenn plötzlich Becken, Rücken und Bauch gleichzeitig drücken. Wer seinen Körper vor der Schwangerschaft kennt, hat später ein deutlich besseres Fundament für Geburt und Rückbildung.

Was konkret geht — und was nicht

Physiotherapie beschränkt sich laut Venkataraman nicht auf klassisches Training. Es geht darum, sich an die hormonellen und körperlichen Veränderungen anzupassen — Beckenboden, Bauchmuskulatur, Haltung, Atmung. Ihrer Einschätzung nach kann Physio vom Anfang der Schwangerschaft bis weit nach der Geburt eine zentrale Rolle spielen.

Was das praktisch heißt, fasst sie nach Trimester zusammen:

  • Erste drei Monate: Keine intensive Bewegung. Stattdessen Ruhe, sanfte Atem- und Entspannungsübungen, Meditation — alles, was reguliert statt pusht.
  • Ab dem vierten oder fünften Monat: Frauen ohne Komplikationen können unter Anleitung mit angepasstem Training beginnen.
  • Nach der Geburt: Inkontinenz und ein Bauch, der nicht mehr zurückfindet, gehören zu den häufigsten Themen — beides lässt sich mit gezielter Rehabilitation deutlich abmildern, wenn man früh anfängt.

Was das mit deiner Geburt zu tun hat

Wer mit HypnoBirthing arbeitet, baut vor allem mental ein starkes Fundament auf — Atmung, Vertrauen, Loslassen, tiefe Entspannung. Die körperliche Seite gehört aber genauso dazu: ein Beckenboden, der weiß, wie er loslässt, eine Rumpfmuskulatur, die das Gewicht mitträgt, ein Körper, dem du vertraust, weil du weißt, was er kann.

Venkataraman bringt es auf den Punkt: Schwangerschaft wird in vielen Köpfen noch immer wie ein Zustand behandelt, in dem frau sich zurückhalten soll. Für die meisten Frauen stimmt das nicht. Wer sich frühzeitig begleiten lässt — ob durch Physio, Hebamme oder einen guten Geburtsvorbereitungskurs —, geht entspannter in die Geburt und kommt auch körperlich klarer wieder raus. Das ist kein Luxus, sondern einer der wenigen Bausteine, die du wirklich selbst in der Hand hast.